Durch Markieren besser Verstehen
Je nachdem, welche Vorlesung man besucht, kann eine Mitschrift sehr umfangreich sein und mehrere Seiten beinhalten. Um hier zielgerichtet zu einem Unterpunkt lernen zu können oder zusätzliche Recherchen anzufertigen, muss man einen Weg finden, innerhalb eines größeren Schriftstücks die Übersicht zu behalten. In Mitschriften hat sich Praktik der Markierungen auf unterschiedliche Arten durchgesetzt. Zusammen mit vernünftig geplanten Markierungen werden Mitschriften zu einem perfekten Mittel, um Wissensinhalte zu wiederholen, Kommilitonen bei dem Studium zu unterstützen und vor allem sich perfekt auf Klausuren, Hausarbeiten oder Prüfungen vorzubereiten.
Mit der Hilfe von unterschiedlichen Markierungen ist es möglich:
- Alle wichtigen Informationen mit einem Blick aufzufassen
- Eine gewisse Vorsortierung durchzuführen
- Wichtige Punkte für spätere Recherchen sofort zu finden
- Die Mitschrift effektiv als Lernmittel zu nutzen
- Innerhalb der Mitschrift können thematische Inhalte getrennt werden
Damit man durch Markieren besser verstehen kann, muss man sich auch hier wieder an einige Regeln halten. Mit dem Markieren ist weniger gemeint, dass man Schlagwörter oder Zitate beim Schreiben mit einem Kugelschreiber unterstreicht. Vielmehr sollte man verschiedene Methoden des Markierens miteinander kombinieren, um so nicht nur wichtige Sätze farblich zu hinterlegen, sondern auch besondere Notizen oder Hinweise für das spätere Lernen sofort auf den ersten Blick kenntlich zu machen.
Folgende Hilfsmittel kann man beim Markieren verwenden:
- Verschieden farbige Stifte oder Textmarker
- Abkürzungen
- Symbole
Diese Hilfsmittel übernehmen bei der Markierung einer Mitschrift unterschiedliche Aufgaben und können je nach Studienfach differieren. Auf jeden Fall sollte man zu Beginn eines Studiums geeignete Hilfsmittel zur Markierung festlegen und diese auch konsequent durchführen. Wenn man sich für eine mehrfarbige Markierung entschieden hat, sollte man genau festlegen, welche wichtigen Punkte einer Mitschrift man mit welcher Farbe markiert. Themen und Auszüge, die für eine Prüfung oder für das Lernen generell von großer Bedeutung sind, sollten besonders hervorstechend markiert werden, um schnellen Zugriff auf diese Textstellen zu haben. Beispiele sollten in einer konträren Farbe gekennzeichnet werden. Vor allem sollte man bei der Markierung Wert auf die Textpassagen und Notizen legen, die man nicht komplett verstanden hat und die eine gewisse Nacharbeit erfordern. Viele Passagen der Mitschrift werden erst im Kontext mit genau diesen Stellen verständlich, daher sollten die nicht verstandenen Notizen besonders gekennzeichnet werden.
Während einer Mitschrift sollte man einen Rand lassen. Dieser Rand ist nicht nur nützlich, um später zusätzliche Randnotizen anzufügen, sondern auch, um Markierungen an den Rand einer Zeile bequem vermerken zu können. An den Rand lassen sich zum Beispiel verschiedene Abkürzungen oder Symbole verteilen, die die Aufmerksamkeit zusätzlich auf die entsprechende Zeile lenken. Denkbar bei den Symbolen sind zum Beispiel Fragezeichen, Ausrufezeichen oder kleine Häkchen, wenn ein Thema komplett verstanden wurde. Zudem kann man mit bestimmten Symbolen Bereiche der Mitschrift kennzeichnen, die zum Beispiel für die nächste Klausur oder Hausarbeit von Bedeutung sein können.
Diese Symbole können durch allgemeine und fachbezogene Abkürzungen ergänzt werden. Wer zum Beispiel mit Synonymen zu tun hat, kann einen bestimmten Term entsprechend kennzeichnen. Wer eine Mitschrift aus dem Rechtswesen kennzeichnen will, für den kann es hilfreich sein, zusätzlich am Rand der entsprechenden Zeile ein Paragrafenzeichen zu notieren, um auf einen wichtigen Gesetzestext hinzuweisen. Natürlich gilt dies auch für Literaturangaben, Zitate, Definitionen oder Argumente. All diese Komponenten einer Vorlesung gehören in die Mitschrift und damit können diese Komponenten durch eine entsprechende Abkürzung oder ein Symbol besonders hervorgehoben werden.
- Tipp: Lieber wenige aber prägnante Symbole, als ein „Symbolwald“, der verwirrt.
Viele Studenten arbeiten am Beginn ihrer Studienzeit mit Haftnotizen, vor allem aus dem Grund, weil man hier zusätzliche Informationen notieren kann. Das Problem mit Haftnotizen ist jedoch, dass sie mit der Zeit ihre Klebefähigkeit verlieren und daher als Markierungen nicht geeignet sind. Dies gilt auch für spezielle Haftnotizen, die zum Markieren von Textstellen erhältlich sind. Besser ist, man markiert die Wörter direkt mit einem Textmarker oder Ähnlichem und fügt entsprechende Randmarkierungen an. Damit ist gewährleistet, dass man die Informationen jederzeit ohne Verlust verfügbar hat.
Schlussendlich sollte man bei der Markierung zum besseren Verstehen von Mitschriften Vorsicht walten lassen. Markierungen, Randnotizen und Abkürzungen sollten nicht übertrieben werden. Es ist nicht hilfreich, wenn man hinterher einen Text hat, der vom ersten bis zum letzten Wort farbig markiert ist und zudem noch über unzählige Symbole und Abkürzungen verfügt. Dies ist nicht die Intension, die hinter dieser Arbeitstechnik steht. Ist eine Mitschrift gut durchdacht, enthält sie von sich aus nur die wesentlichen Stichpunkte und Informationen aus einer Vorlesung und keinen Fließtext. Die Markierungen sollen diese Stichpunkte noch mehr konzentrieren, die Symbole und Abkürzungen sollen das Weiterverarbeiten und Wiederfinden der Kerninformationen sicherstellen. Je besser man diese Hilfsmittel strukturiert und je konsequenter man diese Struktur während des gesamten Studiums verfolgt, umso erfolgreicher wird man die Notizen aus den Mitschriften für das Lernen nutzen können.
Selbstverständlich empfiehlt es sich, diese Markierungen nicht nur für die Mitschriften zu nutzen, sondern auch für spätere Reinschrift. Hier kann man dann auch intensiver mit Markierungen arbeiten, als dies in dem begrenzten Zeitrahmen der Vorlesung möglich ist. So kann man z. B. bei den Markierungen der Reinschrift zusätzlich Einrückungen verwenden, um zum Beispiel Leitsätze besonders hervorzuheben. Doch auch hier sollte man im Wesentlichen die Struktur der Markierungen verwenden, die man bereits in den Mitschriften genutzt hat. Auch hier gilt wieder, dass ein roter Faden, der sich durch sämtliche schriftlichen Unterlagen zieht, das Lernen und Arbeiten wesentlich erleichtert.
- Achtung: Auch beim Markieren ist ein einheitlicher Stil wichtig. Wer immer auf dieselbe Art markiert, wird den Überblick über die Unterlagen behalten.
Durch Markieren besser verstehen kann man nur, wenn man sich auf eine Art „roten Faden“ einlässt, der sich durch jede Mitschrift, egal in welchem Fach, zieht. Bei den Markierungen gilt also Ähnliches, wie bereits bei der Struktur der Mitschrift selbst. Je besser man sich orientiert, umso einfacher wird es sein, auch Tage später noch den Inhalt der Mitschrift nachzuvollziehen. Wer Markierungen und Anmerkungen gut und konsequent platziert, der wird auch Wochen später noch die richtigen Hinweise für die Arbeit mit Kommilitonen oder mit Fachbüchern finden und somit seine Arbeit erleichtern. Markierungen können sicherlich nicht das Lernen an sich ersetzen, sie können jedoch dafür sorgen, dass man direkt auf die wichtigsten Punkte und bedeutenden Aussagen einer Vorlesung stößt und darauf aufbauen kann.