Tipps zur effektiven Mitschrift
Ein weiteres Problem ist, dass man möglichst viele Informationen im Laufe der Vorlesung notieren möchte. Hier muss man jedoch darauf achten, dass man nur eine begrenzte Anzahl von Wörtern pro Minute schreiben kann. Einige Studenten haben sich daher Schnellschriften angeeignet, die die Schreibzeit wesentlich verkürzen. Die effektivste Methode, schnell Notizen anzufertigen, ist sicherlich die Technik der Stenografie. Diese Kurzschrift zu erlernen benötigt jedoch Zeit, die die wenigsten Studenten haben. Umso wichtiger ist es, dass man sich eine eigene Schnellschrift, eine Kladde, zulegt. Diese muss nur für einen selbst lesbar sein, kann verschiedene Abkürzungsmöglichkeiten enthalten und für einen Dritten völlig unübersichtlich sein. Wichtig ist, dass man selbst in der Lage ist, diese Schnellschrift zu lesen, wenn man später die Notizen in Reinschrift überträgt.
Der Aufbau einer Mitschrift sollte von Beginn an übersichtlich gestaltet sein. Dabei kann die Schrift für Dritte gern unlesbar sein. Die Mitschrift ist die Vorlage, um die Vorlesung nachzuvollziehen, dementsprechend sollte sich die Mitschrift an der Struktur der Vorlesung orientieren. Das heißt, die Notizen der Mitschrift bilden den Verlauf der Vorlesung 1:1 ab, es werden keine Notizen vermischt. Auch Schaubilder oder Literaturangaben werden zum jeweiligen Abschnitt notiert und nicht erst am Ende der Mitschrift untergebracht. Damit fällt das Wiederholen leichter.
Die optimale Vorbereitung einer effektiven Mitschrift beginnt bereits kurz vor der Vorlesung. Hier sollte man sich im Hörsaal einen Platz suchen, an dem die wenigsten Konzentrationsstörungen zu erwarten sind. Wenn man weiß, dass man oft aus dem Fenster sieht, sollte man einen Fensterplatz vermeiden. Wer weiß, dass die Störungen im hinteren Bereich eines Hörsaals besonders hoch sind, sollte dort nicht sitzen. Wichtig ist, dass man einen Platz wählt, auf dem man sich vollkommen auf die Vorlesung konzentrieren kann. Selbstverständlich sind Störfaktoren, wie ein Handy, zu vermeiden. Die komplette Konzentration muss auf die Vorlesung gerichtet sein, denn nur wenn man wirklich „in der Situation“ ist, kann man die Informationen des Dozenten verstehen und in Wissen umwandeln.
- Achtung: Wer sich nicht auf das Thema vorbereitet, wird oftmals wichtige von unwichtigen Informationen nicht unterscheiden können.
Für die Arbeit an einer effektiven Mitschrift ist des Weiteren wichtig, dass man eine Art Vorgliederung erstellt. Welche thematischen Felder bei der Vorlesung bearbeitet werden, ergibt sich aus den Sinnabschnitten, die der Dozent macht. Wenn man die Unterpunkte der Vorlesung notiert, kann man die Informationen später einfacher zuordnen und gegebenenfalls Nachrecherchen anstellen, um bestimmte Unterpunkte zu vertiefen. Dabei hilft auch, dass man zwar nur das Nötigste notiert, aber auch nicht in die Schiene verfällt, ausschließlich einzelne Worte zu notieren. Eine Mitschrift, die nur aus einzelnen Worten besteht, die völlig ohne Sinn- und Satzzusammenhang notiert wurden, kann im Nachhinein nicht repetiert werden.
Diese Organisation gilt vor allem auch für Notizen von Fachbegriffen. Hier sollte man sich vor allem notieren, in welchem Kontext ein Fachbegriff verwendet wurde. Wer aktiv zuhört, wird vielleicht auch eine Erklärung des Fachbegriffs erfahren oder aber zumindest einen Hinweis, wie an eine Erläuterung kommt. Letztlich sollte man sich während der Vorlesung Notizen bezüglich späterer Nachrecherche machen. Einige Dozenten fassen das Thema zum Schluss noch einmal zusammen oder ziehen eine allgemeingültige Schlussfolgerung. Aus dieser Schlussfolgerung kann man ersehen, in welcher Richtung die Thematik in der nächsten Vorlesung weitergeführt wird und kann entsprechend in seiner Mitschrift darauf hinweisen.